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Ein Loblied auf den Kompost

Ob Süd, ob West, ob Nord, ob Ost,

ja, wir lieben den Kompost.

und ich sag´s ganz ungeniert,

auch bei uns wird kompostiert.

Selbst zu Weihnachten und Ostern

gärt der Abfall in Kompostern.

Ja, ich lieb´ das Kompostieren,

bin auch gut zu Mensch und Tieren.

Das Gold des Gartens, der Kompost.

Hoch soll er leben und jetzt Prost!

(Ziegenweidentrinklied)


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Ein Schnellkomposter bei der Arbeit. Dieses geschlossene Modell aus Kunststoff ist zwar nicht gerade schön, dafür aber kompakt und günstig und passt in jede Kleingartenecke. Mit einer kunstvollen Außenbemalung und einer Häkeldecke auf dem Deckel kann man das Gerät auch optisch aufwerten.




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Ein offener Komposter aus Holz. Im geleerten Zustand auch als Laufstall für schwer erziehbare Kleinkinder zu gebrauchen. In doppelter Ausführung ist diese Variante das klassische Kammersystem.



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Ein Komposter-Pärchen im sonnigen Kleingarten. Vielleicht gibt es ja bald Nachwuchs.



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Und nicht vergessen: Nur biologisch abbaubare Gartenzwerge dürfen kompostiert werden.

 

 

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In der Jahreshauptversammlung am 08.03.2014 hat unsere Gartenfachberaterin Gunilla Lissek-Wolf auf die Wichtigkeit und den Nutzen der Kompostgewinnung im Kleingarten hingewiesen. Im nachfolgenden Artikel habe ich diesen Vortrag und das zum Thema mit ausgeteilte Informationsblatt nochmals zusammengefasst und teilweise ergänzt.
(webmaster)



Kompost im Garten

Rohstoffverwertung und Humusversorgung

Wer seine Gartenabfälle noch jedem Baum- oder Strauchschnitt in die bei der BSR zur Verfügung gestellten Laubsäcke abfüllen muss, um sie zu entsorgen, der wird sicherlich schon mal wegen der hohen Preise geflucht haben. Dabei kann man sich die Flucherei sparen und dem Garten dabei noch was Gutes tun, wenn man sich einen Kompostierer in den Garten stellt. Die gehören zwar nicht unbedingt zu den schönsten Objekten eines Gartens, aber mit Sicherheit zu den sinnvollsten. 
Ein Komposthaufen ist nämlich kein Mülldepot sondern eine “Rohstoffwiederaufbereitungsanlage”, wo organische Gartenabfälle unter Mithilfe von Bodenlebewesen und anderen Organismen zu hochwertigen, nährstoffreichen Humus umgewandelt werden. Man spart damit also nicht nur die Entsorgungskosten, sondern auch den Kauf von Humus und Dünger im Gartencenter.

Was lässt sich alles kompostieren?

Grundsätzlich kommen alle organischen Garten- und Haushaltsabfälle dafür in Frage. Dazu zählen Gemüsereste, Baum-, Rasen- und Strauchschnitt, sowie Laub und Stroh. Dazu gehören auch Haushaltsabfälle wie Eierpappe, Kaffee- und Teesatz, aber auch in kleinen Mengen Zeitungspapier und Pappe.
Dass dagegen Kunststoff, Textilien und Metall nichts im Kompost zu suchen haben, dürfte jedem klar sein. Genauso sollte man auch darauf verzichten, möglicherweise mit Schadstoffen belastete Materialien zu kompostieren. Der Inhalt von Staubsaugerbeuteln, gespritzte Schalen von Zitrusfrüchten, aber auch Kohleasche und Fleisch haben im Kompost nichts verloren.
Vorsicht auch bei von Krankheiten befallenen Pflanzenresten und Unkräutern. Die sollte man in einer Restmülltonne entsorgen, da sie sich im Kompost sonst vermehren könnten.

Wie bekommt man guten Kompost?

  • Standort: Der beste Ort für einen Kompostierer ist ein windgeschützter, halbschattiger Platz im Garten. Der Abstand zum Nachbargarten sollte mindestens einen halben Meter betragen, die Mindestgröße von 1 m Höhe und Breite nicht unterschritten werden.
  • Ausgangsmaterial: Generell sollte das Material, das man in den Kompost gibt, vorher gut zerkleinert werden, da damit auch die Angriffsfläche für die zersetzenden Organismen vergrößert wird und die Kompostierung schneller fortschreitet.
  • Mischung: Eine variationsreiche, gut durchmischte Befüllung verschiedener pflanzlicher Materialien bringt auch bessere und schnellere Ergebnisse.
  • Feuchtigkeit: Der Kompost sollte weder zu nass, noch zu trocken gehalten werden. Beim Abbau des organischen Materials wird bereits Wasser freigesetzt, das aber teilweise durch die Selbsterwärmung des verrottenden Materials wieder verdunstet. Optimal sind 40% bis 60% Wassergehalt. Der Kompost sollte ab und zu durchmischt werden, um die Feuchtigkeit gleichmäßig zu verteilen.
  • Belüftung: Wichtig ist auch eine gute Belüftung, da bei der Verrottung Sauerstoff benötigt wird. Durch Zugabe und gleichmäßiger Untermischung von gröberen Material (Stroh und kleine Äste) kann man die Belüftung fördern.
  • Tierische Helfer: Da Bodenlebewesen, wie zum Beispiel Würmer und Asseln, die Durchmischung, Belüftung und Kompostierung fördern, sollte man den Untergrund, auf dem der Kompost aufgeschichtet wird, vorher auflockern.
  • Kompostierungsbeschleuniger: Man kann die Verrottung der Materialien noch beschleunigen, wenn man bereits verrotteten Kompost zumischt. Dadurch kommen auch in die oberen Schichten die für den Kompost so wichtigen Würmer. Auch Brennnesseln und Beinwell (auch als Beinwurz bekannt) beschleunigen die Kompostierung.

Natürlich sollte man auch darauf achten, dass die Nachbarn nicht unter Geruchsbelästigung leiden müssen. Ein gut gepflegter Kompost ohne tierische Materialien wird in der Regel aber nicht zum Dauerstinker werden.

Welcher Komposter ist gut für den Kleingarten?

Es gibt zwei Methoden der Kompostierung, die offene und die geschlossene Methode.

Zur offenen Kompostierung zählt der klassische Misthaufen und das Kammersystem. Kammersyteme bestehen aus mehreren Kammern und sind meist aus Holzlatten gebaut. Durch Umschichtung von einer Kammer in die andere wird hierbei die Durchmischung und Belüftung verbessert. Der bereits angesetzte Kompost kann in der zweiten Kammer weiterreifen, während man die andere Kammer wieder mit neuen Material befüllt. Bereits nach 6 bis 12 Monaten hat man fertigen Kompost für den Garten.
Schnellkomposter und Thermokomposter stehen für die geschlossene Methode. Diese geschlossenen Systeme mit Deckel sind meist aus Kunststoff und sehr kompakt. Der Thermokomposter ist noch wärmeisoliert, damit auch in der kalten Jahreszeit die optimale Rottungstemperatur erreicht wird. Bei geschlossenen Systemen muss schon bei der Befüllung darauf geachtet werden, dass die Mischung stimmt.

Welche Art der Kompostierung nun für einen Kleingarten die bessere ist, hängt sicherlich von der Größe des Gartens, des Geldbeutels und vom Aufwand ab, den man betreiben will. Am häufigsten sieht man in Kleingärten jedenfalls den günstigen und kompakten Schnellkomposter. 
Wer also noch keinen Komposter im Garten stehen hat, der sollte sich die Anschaffung ruhig mal überlegen. Schließlich profitiert nicht nur die Natur davon, sondern auch der Geldbeutel.